Was ist das Heilmittel für den, in dem die Krankheit die Herrschaft übernommen hat — und was der Weg zum Tawfīq bei Zerrüttung, Trägheit und Ratlosigkeit?

Shaikh al-Islām Ibn Taimiyyah· ʿAqīda, Tazkiyah

Kurzfassung

Die Heilung liegt in der Zuflucht zu Allāh ﷻ, im beständigen demütigen Flehen, in der Duʿāʾ zu den Zeiten der Erhörung, in der Vergebungsbitte und Tauba, in einem festen Pensum an Adhkār, in den fünf Gebeten innerlich und äußerlich, in der ständigen Lösung „Es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allāh …“ und in Geduld — denn der Sieg kommt mit der Geduld. — Shaikh al-Islām Ibn Taimiyyah

Frage und Antwort

  1. Frage

    Was ist das Heilmittel für den, in dem die Krankheit die Herrschaft übernommen hat? Was der Ausweg bei dem, über den die Zerrüttung Gewalt erlangt hat? Was das Vorgehen bei dem, über den die Trägheit gesiegt hat? Was der Weg zum Tawfīq? Und was das Mittel bei dem, über den die Ratlosigkeit hergefallen ist? Beabsichtigt er die Hinwendung zu Allāh, hält ihn seine Neigung davon ab; widmet er sich dem Gedenken, überwältigt ihn das Grübeln; und will er sich beschäftigen, versagt ihm die Schlaffheit den Dienst.

    Gedicht

    Die Neigung siegte — so siehst du ihn zu seinen Zeiten: ratlos; ein Nüchterner? Nein, er ist der Trunkene. Erstrebt er die Nähe des Geliebten, zerfallen ihm die Mittel, und die Trennung setzt sich fort. Verwandte und Bekannte hat er verlassen, auf dass er die Genüge finde und ihm zum Auskommen geholfen werde. Doch nahm er nur zu an Ratlosigkeit und Saumseligkeit — wird denn so bei ihnen erniedrigt, wer um Schutz ersucht?

  2. Antwort des Shaikhs

    Sein Heilmittel ist die Zuflucht zu Allāh ﷻ, das beständige demütige Flehen zu Allāh ﷻ und die Duʿāʾ: dass er die überlieferten Bittgebete erlernt und die Duʿāʾ zu den Zeiten sucht, in denen die Erhörung zu erwarten ist — wie im letzten Teil der Nacht, zu den Zeiten des Adhān und der Iqāmah, in seiner Niederwerfung und im Anschluss an die Gebete. Dem füge er die Vergebungsbitte hinzu; denn wer Allāh um Vergebung bittet und sich Ihm sodann in Tauba zuwendet, dem lässt Er einen schönen Genuss bis zu einer festgesetzten Frist zuteilwerden. Er nehme sich ein festes Pensum an Adhkār zu beiden Enden des Tages und zur Schlafenszeit; und er gedulde sich bei dem, was ihm an Hindernissen und Ablenkungen widerfährt — denn es währt nicht lange, bis Allāh ihn mit einem Geist von Ihm stärkt und den Imān in sein Herz schreibt. Er sei eifrig darauf bedacht, die Pflichten — die fünf Gebete — mit seinem Inneren und seinem Äußeren vollkommen zu verrichten; denn sie sind die Säule der Religion. Und seine ständige Lösung sei: „Es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allāh, dem Hohen, dem Gewaltigen.“ Denn durch sie trägt er die Lasten, besteht die Schrecken und erlangt die erhabenen Zustände. Er werde der Duʿāʾ und des Bittens nicht überdrüssig; denn dem Diener wird erhört, solange er nicht voreilig wird und sagt: ‚Ich habe gebeten, doch mir wurde nicht erhört.‘ Und er wisse: Der Sieg kommt mit der Geduld, die Erleichterung mit der Bedrängnis, und mit der Erschwernis kommt eine Erleichterung. Und niemand — kein Prophet noch irgendjemand unter ihm — hat je etwas vom gewaltigen Guten erlangt außer durch Geduld. Und alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn der Welten.

Quelle ·
Jāmiʿ al-Masāʾil (7/446)
Datum ·
25. Ṣafar 1448 · SA, 8. August 2026
Übersetzer ·
Adil Abu Musa

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